Jamaika

Kleinbäuerlicher Trinitario, geprägt durch zentrale Fermentationsstationen

Jamaika erzeugt kleinbäuerlichen Kakao vom Trinitario-Typ in mehreren Pfarrbezirken, wobei Clarendon historisch der größte Erzeugerbezirk ist und auch in St. Mary, Portland und St. Catherine bedeutender Anbau stattfindet. Kakao wird auf der Insel seit der Kolonialzeit angebaut, obwohl er gegenüber Kaffee, Zucker und Bananen lange eine sekundäre Kultur war.

Die Kakaopopulationen der Insel sind gemischt. Ab den 1940er-Jahren importierte Jamaika ausgewählte Trinitario-Hybriden und amazonische Forastero-Klone aus Forschungsstationen in Trinidad, St. Vincent und anderswo, sodass das kultivierte Material im Konzept von Motamayor et al. (2008) am besten als Mischmaterial zu beschreiben ist. Ein charakteristisches Merkmal des jamaikanischen Modells ist die zentrale Verarbeitung: Nasse Bohnen werden von Bauern angekauft und unter kontrollierten Bedingungen in einer kleinen Zahl von Fermentationsstationen fermentiert und getrocknet, was die Gleichmäßigkeit fördert. Die Bohnen zeigen typischerweise nussige, mild-fruchtige und würzige Noten.

Kakaovermarktung und zentrale Fermentation wurden lange vom staatlichen Cocoa Industry Board beaufsichtigt, dessen Aufgaben später an die Jamaica Agricultural Commodities Regulatory Authority übergingen. Der Sektor sah sich Krankheitsdruck und überalternden Bäumen gegenüber, und in den letzten Jahren gab es Neuanpflanzungs- und Rehabilitationsbemühungen, die darauf abzielen, die Industrie wieder auf Wachstumskurs zu bringen.

Herkünfte in Jamaika (3)

Quellen

  • Jamaica Agricultural Commodities Regulatory Authority, 'About Cocoa' — https://jacra.org/divisions/cocoa/about-cocoa/
  • Jamaica Information Service, 'Cocoa Industry Returning to Path of Growth' — https://jis.gov.jm/cocoa-industry-returning-path-growth/
  • Motamayor et al. 2008, 'Geographic and Genetic Population Differentiation of the Amazonian Chocolate Tree (Theobroma cacao L.)', PLoS ONE 3(10):e3311