Bolivien
Genossenschaftlicher Bio-Kakao und seltene wilde Amazonas-Bestände
Bolivien ist ein kleiner, aber besonderer Kakaoproduzent, bekannt sowohl für organisierten Bio-Anbau als auch für tatsächlich wild geernteten Amazonas-Kakao. Die nationale Erzeugung ist bescheiden, doch ein großer Anteil ist biozertifiziert, und das Land hat eine lange genossenschaftliche Tradition.
Die kultivierte Produktion konzentriert sich auf Alto Beni, in den Amazonas-Vorgebirgen des Departements La Paz, wo Kleinbauern und Genossenschaften Kakao in Agroforstparzellen anbauen. Dies ist die Heimat von El Ceibo, einer 1977 gegründeten Genossenschaftsföderation, die zu den ersten biozertifizierten Kakaogenossenschaften der Welt zählte und bis zu Fertigprodukten verarbeitet. Einheimische Criollo- und Nativo-Typen wurden teilweise durch ertragreichere Hybriden verdrängt, die ab den 1960er-Jahren eingeführt wurden.
Die Tiefländer des Departements Beni beherbergen natürlich vorkommende Bestände von wildem und halbwildem Kakao – lokal als Beniano oder Cacao silvestre bekannt –, die von Gemeinschaften aus saisonal überfluteten Waldinseln, den sogenannten 'Chocolatales', geerntet werden, insbesondere rund um Baures nahe dem Iténez-Schutzgebiet. Genetische Studien verbinden dieses Beniano-Material mit einer eigenständigen Kakaopopulation des Beni-Flusses, die in internationalen Genbanken nicht vertreten ist und keinem der von Motamayor et al. (2008) benannten Cluster entspricht, was es als genetische Ressource besonders interessant macht.
Herkünfte in Bolivien (6)
Quellen
- Confectionery News, 'FAO supports El Ceibo cocoa cooperative in Bolivia' (2018), https://www.confectionerynews.com/Article/2018/04/05/FAO-supports-El-Ceibo-cocoa-cooperative-in-Bolivia/
- WCS Bolivia — Native cacao programme, https://bolivia.wcs.org/en-us/Global-Initiatives/Natural-resource-management/Native-cacao.aspx
- FiBL, 'Advancing organic cacao cultivation in agroforestry: successful training in Bolivia'
- Motamayor et al. 2008, PLoS ONE 3(10):e3311 (genetic clusters)