Indien

Kleinbäuerlicher Schattenkulturkakao unter Kokos und Areka

Kakao ist in Indien eine vergleichsweise junge und sekundäre Kultur, weitgehend ab den 1960er- und 1970er-Jahren etabliert mit Material, das über Forschungseinrichtungen verteilt wurde, insbesondere ICARs zentrales Forschungsnetzwerk für Plantagenkulturen. Er wird fast ausschließlich als kleinbäuerliche Zwischenkultur angebaut, gepflanzt unter dem Schatten von Kokos- und Arekanussgärten, und in Andhra Pradesh zunehmend unter Ölpalmen.

Vier südliche Bundesstaaten machen nahezu die gesamte Erzeugung aus: Andhra Pradesh, Kerala, Karnataka und Tamil Nadu. Andhra Pradesh führt und liefert rund 40 Prozent der nationalen Produktion, wobei das Delta von West- und Ost-Godavari ein besonderer Schwerpunkt ist; Kerala ist der andere bedeutende Bundesstaat. Das angepflanzte Material besteht aus eingeführten Hybrid- und Klonselektionen vom Trinitario-Typ, einer Mischpopulation im Rahmen des modernen genetischen Cluster-Konzepts von Motamayor et al. (2008), und nicht aus einer einheimischen Population.

Indischer Kakao wird überwiegend für die heimische Schokoladen- und Süßwarenindustrie verarbeitet, und das typische sensorische Profil ist mild, nussig und säurearm. Die angespannte globale Versorgung bis Mitte der 2020er-Jahre hat das Interesse der Bauern an Kakao als Zwischenkultur erneuert, und ein kleiner handwerklicher Schokoladensektor hat begonnen, sich neben dem größeren industriellen Markt zu entwickeln.

Herkünfte in Indien (6)

Quellen

  • ICAR-CPCRI, Cocoa Guide (2018) — cpcri.gov.in
  • Directorate of Cashewnut and Cocoa Development, 'Crop history — Cocoa' — dccd.gov.in
  • Mongabay India, 'Indian farmers choose cocoa amid global shortage' (2024)
  • Motamayor et al. 2008, PLoS ONE 3(10):e3311 (genetic clusters)