São Tomé und Príncipe

Die historischen 'Schokoladeninseln' im Golf von Guinea

São Tomé und Príncipe ist ein kleiner Inselproduzent im Golf von Guinea mit einem überproportionalen Platz in der Kakaogeschichte. Portugiesische Siedler importierten um 1850 Kakao aus Bahia, Brasilien, und zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Inseln kurzzeitig zum weltweit führenden Kakaoproduzenten geworden und erhielten den Beinamen 'Schokoladeninseln'. Die Kultur wurde auf Roças angebaut – großen, in sich geschlossenen Plantagen-Estates, deren Arbeitsgeschichte mit Zwangs- und Vertragsarbeitern verflochten ist.

Nach der Unabhängigkeit und der Verstaatlichung sowie dem späteren Niedergang der Roças fiel die Erzeugung weit unter den kolonialen Höchststand. Kakao bleibt dennoch zentral für die Wirtschaft und macht einen großen Anteil der nationalen Exporte aus.

Der Kakao der Inseln besteht ganz überwiegend aus Amelonado-stämmigem (Forastero-) Material, das von den brasilianischen Einführungen des 19. Jahrhunderts abstammt, mit etwas hybrider Neuanpflanzung; da Príncipe von späterer Neuanpflanzung weitgehend übergangen wurde, behalten Teile davon den alten Plantagenbestand. Das typische Profil ist ein erdiger Kakao mit warmer Würze und geringer Säure. Die moderne Produktion wird von Kleinbauern und Genossenschaften getragen, ein Großteil davon bio- und fairtrade-zertifiziert, und die beschatteten Agroforst-Kakaolandschaften der Inseln wurden von der FAO als ein global bedeutendes landwirtschaftliches Erbesystem (GIAHS) anerkannt.

Herkünfte in São Tomé und Príncipe (7)

Quellen

  • Motamayor et al. 2008, PLoS ONE 3(10):e3311 (genetic clusters)
  • Wikipedia — 'Cocoa production in São Tomé and Príncipe': https://en.wikipedia.org/wiki/Cocoa_production_in_S%C3%A3o_Tom%C3%A9_and_Pr%C3%ADncipe
  • Macao Magazine — 'Chocolate's return to São Tomé and Príncipe': https://macaomagazine.net/chocolates-return-to-sao-tome-and-principe/
  • FAO — Globally Important Agricultural Heritage Systems (GIAHS) designation, 2024