Vietnam
Eine sich schnell wandelnde junge Herkunft fruchtiger südlicher Trinitarios
Kakao erreichte Vietnam unter Französisch-Indochina, blieb aber bis zu einer gezielten Ausweitung ab den frühen 2000er-Jahren marginal, als Entwicklungsprogramme und Handelsunternehmen ihn als kleinbäuerliche Cash Crop förderten. Die Anbaufläche erreichte 2012 mit rund 25.000 Hektar ihren Höhepunkt und schrumpfte dann scharf, als die Bauern auf profitablere Kulturen wie Pfeffer, Kaffee und Obst umstellten; der Sektor ist heute klein, aber qualitätsorientiert.
Die Produktion konzentriert sich auf den Süden: die Provinzen des Mekong-Deltas, insbesondere Bến Tre und Tiền Giang, wo Kakao mit Kokos durchpflanzt wird; die südöstlichen Provinzen wie Bà Rịa–Vũng Tàu; und das zentrale Hochland, insbesondere Đắk Lắk und Lâm Đồng, wo er neben Kaffee und Cashew auf Basaltböden wächst. Die Anpflanzungen bestehen ganz überwiegend aus eingeführten Hybridklonen vom Trinitario-Typ, einer Mischpopulation im modernen genetischen Cluster-Konzept von Motamayor et al. (2008).
Vietnamesische Bohnen werden für weiche Karamell-, Honig- und Gelbfruchtnoten geschätzt und haben eine beachtete heimische Bean-to-Bar-Industrie getragen. Obwohl das Gesamtvolumen bescheiden ist, ist Vietnam zu einem anerkannten Single-Origin-Namen in feiner Schokolade geworden, und ausgewählte Partien wurden für ihre Edelkakao-Qualität angeführt.
Herkünfte in Vietnam (7)
Quellen
- WWF, 'An Overview of the Cocoa Sector in Vietnam'
- ConfectioneryNews, 'Rising dragon: Vietnam to win fine flavor cocoa status' (2016)
- Dame Cacao, 'Vietnamese Chocolate & Cacao Culture'
- Motamayor et al. 2008, PLoS ONE 3(10):e3311 (genetic clusters)